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DER ANFANG
Wie wir von älteren Freunden erfahren haben, sollen sich bereits vor dem 2. Weltkrieg die Mitglieder des Vereins (der ja zu dieser Zeit noch keinen eigenen Namen hatte) sporadisch zu sportlichen Aktivitäten zusammengefunden haben. Von einer regelmäßigen Sportarbeit, wie sie sich uns heute darstellt, konnte jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesprochen werden.
So fallen die Anfänge unserer Sportgruppe in das Jahr 1947. Dabei waren die Haupttriebfedern etliche Jungen der Jahrgänge 1932/1933, die nach der Konfirmation aus der Jungschar in den Verein übernommen wurden. Auf ihr stetes Betreiben hin wurde wöchentlich eine Sportstunde angesetzt, die natürlich infolge Fehlens jeglicher Voraussetzungen mit den heutigen Trainingsabenden keinen Vergleich aushält.
Verantwortlich war zunächst Eugen Zaiser, der zusammen mit Gotthilf Würth und einigen älteren Freunden die Sportabende gestaltete. Bald nach Beginn wurde das Amt des Sportwarts Walter Maier übertragen. Mit die ersten Sportgeräte, die zur Verfügung standen, waren 2 Paar Boxhandschuhe (ein Paar bestand aus 2 linken), die uns freundlicherweise vom CVJM Esslingen überlassen wurden. Unvergesslich in mancher, teilweise schmerzlicher, Hinsicht sind bis heute für die Beteiligten die Schlachten, die in improvisierten Boxringen ausgetragen wurden.
Außer Gymnastik, Körperschule und Völkerball wurde teilweise Tischtennis gespielt. Hier erwies sich jedoch als großer Nachteil, dass zu dieser Zeit kaum Bälle zu erhalten waren. Bei den Überlegungen, wie diese Sportarbeit weiter ausgebaut werden könnte, kamen die Verantwortlichen auf die Idee, eine größere Matte anzuschaffen, die sowohl für Bodenübungen als auch zum Ringen zu gebrauchen war.
Ein aus US-Armee-Beständen gekauftes 10-Mann-Zelt wurde zertrennt, zu einer ca. 3x5 m großen Matte genäht und mit Seegras ausgestopft. Im großen Saal des alten Gemeindehauses waren nun an jedem Sportabend die schweren Kindergarten Klappbänke wegzuräumen und aufzustapeln, und mit Hilfe dieser Matte wurden Bodenübungen von beachtlicher Qualität ausgeführt. Da jegliches normale Ballspiel für Fenster und Lampen viel zu gefährlich gewesen wäre, wurde mit Stoffbällen Rollball mit einer Begeisterung ohnegleichen gespielt.
Nachdem diese Sportstunden ihren regelmäßigen Platz im Vereinsgeschehen hatten und trotz aller Widrigkeiten und Unzulänglichkeiten auch recht gut besucht waren, konnte es nicht ausbleiben, dass unsere Gruppe sich auch Sonntagnachmittags treffen und betätigen wollte.
In dieser Zeit war das Freizeitangebot für Jugendliche noch recht spärlich und jeden Sonntag war die Frage zu klären: „Was machen wir heute Nachmittag?“i> Da kein Platz zur Verfügung stand, wurde auf abgemähten Wiesen vorwiegend Hand− und Fußball gespielt. Die Schwierigkeit war hier wieder, in schlechten Zeiten einen Ball aufzutreiben. So erinnern sich die Beteiligten, dass die ersten Spiele mit einer Lederballhülle, in die ein Fahrradschlauch gesteckt wurde, durchgeführt wurden.
Um den Sonntagnachmittagen etwas Abwechslung zu verschaffen, fanden in unregelmäßigen Abständen Besuche bei den Denkendorfer Freunden auf ihrem Waldsportplatz im Sauhag statt.
Neben den Trainingsabenden und Spielen am Sonntagnachmittag hat sich natürlich die Sportgruppe auch an den Veranstaltungen des Vereins und der Kirchengemeinde beteiligt. Viel Beachtung fanden dabei die Sprünge und Pyramiden auf unserer Matte auf der provisorisch aufgebauten Tribüne bei Eltern− und Gemeindeabenden und ähnlichen Veranstaltungen und bei Gemeindefesten im Garten des Gemeindehauses.

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DAS PLÄTZLE WIRD GEKAUFT
Den verantwortlichen Mitarbeitern im Verein wurde bald klar, dass zum Erhalt und weiteren Ausbau dieses Zweigs bessere Voraussetzungen geschaffen werden mussten. So war es vor allem nötig, eine Möglichkeit zum Treffen und Sporttreiben am Sonntagnachmittag zu schaffen. Der Entschluss, einen geeigneten Platz zu kaufen, wurde nach reiflichen Überlegungen gefasst. Nach langem Suchen, wurde dieser Wunschtraum Wirklichkeit, und es konnte in der hinteren Ebene am Waldrand eine Wiese gekauft werden. Fußballtore wurden selbst gezimmert, und als Umkleide­möglichkeit konnte ein Straßenwärter−Blockhaus an der Ulrichsbrücke erstanden werden. Sonntag für Sonntag, ob Sommer oder Winter, war Treffpunkt Plätzle.
Bereits im Jahr 1949 wurden auch die ersten Verbindungen zu anderen Vereinen aufgenommen, und die Gruppen von Unterensingen, Neuhausen/Erms, Esslingen, Denkendorf waren Gäste zu Freundschaftsspielen im Handball und Fußball. Unvergesslich ist allen, die dabei waren, der Tag der Einweihung, an dem verschiedene leichtathletische Wettbewerbe stattfanden, 4 Mannschaften aus dem Verein in der Eichenkreuzstaffel um den Sieg kämpften und zum Schluss ein Handballspiel Jüngere gegen Altere ausgetragen wurde.
Selbstverständlich wurden nun auch die Spielnachmittage am Jugendsonntag auf dem Plätzle veranstaltet, und als Abschluss fand häufig ein Hand− oder Fußballspiel statt.
Einmal haben wir die Landjugendgruppe Köngen eingeladen, und zwei gleichwertige Mannschaften lieferten sich ein wirklich spannendes Spiel.
Natürlich zog es vor allem auch die jüngeren Sportler hinaus über die Grenzen der eigenen Gemeinde, und bei Starts in der Leichtathletik auf Bezirkssportfesten des Bezirks Esslingen und auch des Bezirks Nürtingen konnten gute Erfolge errungen werden. Unerreichbar hoch hingen jedoch die Trauben bei den Landessportfesten.
Die Urkunden wurden von den anderen errungen, obwohl Köngen bereits zu dieser Zeit meist recht zahlreich vertreten war. Um so größer war die Freude über das Erringen der l. Siegerurkunde eines Mitglieds unserer Sportgruppe.
Es war im Jahr 1953, als Erwin Maier im Weitsprung der Jugend einen 3. Platz belegen konnte. Diese Urkunde wurde buchstäblich als ein Erfolg der ganzen Gruppe gefeiert.
In diese Zeit fielen auch die ersten Erfolge im Handball. Vom Bezirk wurden damals Bezirksmeisterschaften im Feldhandball ausgetragen, und dieser Titel war oft sehr umkämpft zwischen Mannschaften Esslingen, Denkendorf, Nellingen und dem Neuling aus Köngen. Unsere Mannschaft hat dann auch andere Handball-Turniere besucht. Sehr erfreulich und auch ein wenig überraschend war der zweimalige Gewinn des Pfullinger Handballturniers und der Gewinn des Wanderpokals zunächst 1955 und dann sofort 1956 ein zweites Mal.
Die ganze Sportarbeit war jedoch in diesen Jahren noch vielfältiger. Außer Handball, das ja nun auch schon einen beachtlichen Raum in Anspruch nahm, wurde viel Tischtennis gespielt und vor allen Dingen auch noch mehr Leichtathletik betrieben. Wir denken dabei auch an eine Teilnahme unserer Gruppe bei einem Abturnen des Turn und Sportvereins Köngen. Eindrücklich war dabei besonders der abschließende Ortslauf, wo im Hauptlauf eine Mannschaft der Leichtathletik−Abteilung des TSV und eine Mannschaft des Eichenkreuzes gegen einander antraten. Sieger waren die Leichtathleten des TSV.